Wünsdorf Bunkeranlagen

Im südlichen Berliner Umland könnte man sich auch mal wieder umgucken, also mit der Regionalbahn nach Wünsdorf, da wollten wir schon länger hin, und zwar zu den Militäranlagen.
Es scheint sich in den stabilen und schick restaurierten 50er-Jahre-Häusern der ehemals fünf russischen Garnisonsstädte in Wünsdorf-Waldstadt gut zu leben, idyllisch geradezu.

Gesprengter Luftschutzturm als bizarres Denkmal und Spielinsel zwischen den bewohnten Häusern.

Turmspitze. Bei Luftangriffen fand die Bevölkerung hier über der Erde Schutz, feindliche Bomben glitten an der Turmwand ab. Umgangssprachlich „Betonzigarre“.

Diese Zigarre steht noch.

Die unbewohnten Stadtteile sind abgesperrt und nur im Rahmen von „guided phototours“ zu besichtigen, sehr schade.

Gerade beginnt eine Bunkertour. Na gut, wenn sonst alles abgesperrt ist, muss man die eben mitmachen. Der Führer kann gut und spannend über die Geschichte der Örtlichkeit informieren. Mehr bei Wikipedia. Ich laufe allerdings rum, höre nur am Rande zu und passe auf, den Anschluss nicht zu verlieren.

Wie ein verfallenes Hexenhaus mutet einer der zwölf „Maybach“-Bunker an. Die Bunker wurden zur Tarnung in Form von Landhäusern gebaut, gingen mindestens zwei Stockwerke unter die Erde und waren unterirdisch miteinander verbunden.

Nach dem Krieg wollten die Russen zwecks Entmilitarisierung Deutschlands die noch völlig intakte Anlage sprengen, das gelang jedoch nur zum Teil.

Während des Kalten Krieges bereuten sie dann vor allem die Zerstörungen an der Fernmelde- und Nachrichtenzentrale Zeppelin.

Die wird nun besichtigt, über Treppen geht es 14 m tief in die Erde. Es ginge sogar noch tiefer.

Wer alles mag durch die Jahrzehnte diese Tür geöffnet haben?
Ich lerne, während WW II war der Nachrichtenbunker in Wünsdorf der wichtigste Fernmeldeknoten im Verbindungssystem der Wehrmacht und weltweit der modernste.

Kleines Museum der Fernmeldetechnik.

Was früher (nur in Ostdeutschland?) die Rotkreuznummer, ist heute übrigens die zentrale Behördennummer. Wusste ich nicht.

Elektrische Schreibmaschine?

Aus russischen Zeiten.

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