Voll

Elternbesuch. Weihnachtsfeier im Spiegelsaal der Seniorenresidenz. Wegen Überfüllung Plazierung an Tisch in angrenzender Halle mit gleichzeitigem Blick auf Fütterung der Dementen. Letztes Jahr war mir beim Anblick der versammelten Gebrechlichen noch beklommen zumute. Aber man gewöhnt sich schnell. M. sagt, er will da auch bald einziehen.

Stilleben im kleinen Elternappartement. Man denkt noch öfter an das geräumige Haus zurück, das inzwischen verkauft.
Auf dem Couchtisch auch eine Blockflöte. Tatsächlich wird wie früher Hausmusik gemacht – Akkordeon, Gitarre, Flöte. Als ihr Enkel auf irgendwas den Rhythmus schlägt, protestiert meine Mutter, dann will sie Klingglöckchenklingeling. Sie ist das fordernde Publikum.

Ein schöner langer Spaziergang zwischen Mittag und Kaffeekuchen, während die Eltern schlafen.
Jetzt froh, wieder zu Hause zu sein. Immer wieder an die Ausraster der Mutter denken müssen. Mit dem Sohn darüber reden, der sagt, er hätte Oma noch nie so schreien hören. Ich schon, aber das war vor seiner Zeit.

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