St. Petersburg, Tag 4

Wassilievsky-Insel, Kunstkamera: Sammelsurium von geschichtlichen, naturwissenschaftlichen und medizinischen Exponaten. Im Monstrositätenkabinett abnorm entwickelte eingelegte Embryos, ausgestopftes Kalb mit zwei Köpfen, Skelett eines 2,20 m grossen Menschen. Peter der Grosse wollte das Volk von dem Aberglauben befreien, dass Missgeburten ein Zeichen des Teufels seien – so steht es auf der Infotafel. Gruppen russischer Jungs amüsieren sich lauthals über Wasserköpfe und vierbeinige Konservierte.
Man hätte nicht unbedingt hingehen müssen, ähnliches gibt es in Berlin auch.


Vorbereitungen für die 65-Jahre-Siegfeier laufen auf Hochtouren. Alle Regenrohre am Newskij-Prospekt sind 2 m hoch frisch lackiert, das Gelb der Absperrgitter am Schlossplatz noch leicht klebrig.


Die Häuser am Newskij-Prospekt werden abgespritzt, das Erdrund vor der Kazankathedrale hübsch mit gerade blühenden Tulpen bepflanzt


Soldaten bringen Panzer auf Hochglanz.

Morgens noch ungemütlicher Sturm und kaum über Null, tags plötzlich 25 Grad. Plötzlicher Wetterwechsel typisch hier, so steht es im Reiseführer – deshalb haben die Eingeborenen also immer noch ihre Winterwattejacken dabei. Ich schleppte heute in grösster Hitze den Schirm mit, gegen Abend dann nicht mehr – prompt Sturzgewitter, klatschnass trotz Schutzsuche unter Bushäuschen.


Die Ismajlowfkikathedrale kurz vorm Gewitter.