Ameisen unermüdlich

Das Leimband hat nichts genützt. Wacker nehmen die stärksten Kämpfer den widrigen Weg durch klebrigen Morast, um hoch zu den mit süssem Honigtau winkenden Blattläusen zu gelangen, die die frischen Kirschbaumtriebe fressen. Die Klügsten des Stammes beissen später ein Loch ins Band, da schlängeln sich alle unter durch. Wild sprühe ich mit Essigessenz, jedoch – wie ein Tropfen auf den heissen Stein, es schadet der Baumrinde wohl mehr als den Tierchen. Nächster Versuch: Raupenleim dick mit Pinsel aufstreichen. Tatsächlich, diesmal kehren die stärksten Kämpfer nach wenigen zähen Schritten ermattet um. Erfolg, mal sehen, wie lange.

Frische Blattläuse auf Salbeiknospe mit Ameise an Honigtau. Könnte auf Speisekarte in Feinschmeckerlokal stehen. Vermutlich für Menschen bekömmlich, schliesslich ernähren sich grosse Teile der Weltbevölkerung von Insekten. Fritiert und mit knackigem Salat ansprechend dekoriert – guten Appetit.

Rote Waldameise und ihr Opfer, ein noch lebender Regenwurm.

Den hängt sie so lange in die Luft, bis er angetrocknet ist.

Fette Erde

In Susies Garten war es nicht möglich, einen Spatenstich tief auf einmal in den schweren Boden zu stechen – wegen blödem „Damenspaten“, wie sich herausstellte. Aber die Erde ist dort (in Niedersachsen) wirklich schwer und von so völlig anderer Konsistenz als in der Uckermark, wo der Boden sandig-rieselt, sich leicht erwärmt und irgendwie südländisch karg und doch fruchtbar ist, wo Tabak, Pfirsich und Peperoni prächtig und aromatisch gedeihen, schwärm schwärm – dafür muss ständig gegossen werden. Man liebt wohl sein eigenes Land am meisten. Der Bericht einer Flüchtlingsfrau fällt mir ein, die nicht im fremden schweren Boden begraben werden wollte.

Niedersächsische Regenwürmer

Im Teich leben alte Karpfen, Anemonen und Schlüsselblumen blühen.

Teichdetail.

Das Osterfeuer war dieses Jahr besonders prächtig dank des Sturmschäden-Materials, eine kleine Brise wehte den Qualm fort. Ich dachte an die Hexenverbrennung und ob man schnell stirbt, wenn man so im Feuer steht.

Nah am Osterfeuer, heisses Gesicht, kalte Füsse.

Ein Blick über den Ith, in der Ferne Feuer in anderen Dörfern.