Betonschachteln in Landwirtschaft

Der Stadtteil Alamar liegt im östlichsten Teil Havannas am Meer und gilt als Betonwüste, was er bis zur Spezialperiode vielleicht auch war. Jetzt ist er durchzogen von immer grösser werdenden Organoponicos, also Stadtgärten, in denen Gemüse, Heil- und Zierpflanzen nach ökologischen Kriterien angebaut werden. Weil nach dem Zusammenbruch der UdSSR wegen Blockade kaum noch etwas nach Kuba gelangte, besann man sich auf eigene Ressourcen. Aus echter Not wurde nach westlichen ökolandwirtschaftlichen Gesichtspunkten ein grosser Fortschritt. Darüber gibt es diverse Publikationen, z.B. „Lebendige Gärten – urbane Landwirtschaft in Havanna/Kuba zwischen Eigenmacht und angeleiteter Selbstversorgung“, eine gut lesbare Diplomarbeit von Daniela Kälber.

Der erste Eindruck ist trübe. Doch er trügt.

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Regla

Um 5 Uhr früh steht nochmal ein komplettes Frühstück in Baracoa auf dem Tisch, ich kann tatsächlich schon erstaunlich viel essen, Kaffee, die obligaten zwei Spiegeleier und den ganzen Fruchtteller. Unkomplizierter Rückflug nach Havanna mit Cubana.

Dachterrassenblick der Unterkunft in Havanna. Hinten die ewige Flamme der Ölindustrie von Regla.

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Fluss

Von Vibaro aus über die Calzada de Vento, schicke Häuschen mit gepflegtem Grünstreifen neben gut begehbarem Trottoir wechseln sich ab mit Wohnblocks in vermüllten ärmeren Gegenden, teils offene Stromkästen, schmale zerbröselnde Betonplatten für Fussgänger.
Neben eingedämmtem Ausläufer des Río Orengo ein grosses Feld mit urbaner Landwirtschaft.

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Wohin?

Havanna Altstadt, tropischschwül. Vorm Schokoladenmuseum lange Schlange in praller Sonne, Camara Oscura mit Panoramablick öffnet erst in halber Stunde und zum Rummuseum zieht es uns doch nicht so. Also schattige Bank, beratschlagen. Ich schlendere ein bisschen rum. Da drapiert eine farbenfroh gekleidete Mulattin Tüten voll frischer Schweineschwarten auf dem freigewordenen Ende der Bank und ein dürrer alter Schwarzer mit Roter-Stern-Kappe und Zigarre im Mundwinkel stellt sich neben mich und bedeutet M., ein Foto von uns zu machen. Ach, wollen wir nicht.
Weiter, vorbei an prächtiger Kirche – womöglich handelt es sich hier um das schönste religiöse Bauwerk Lateinamerikas, aber zu träge, das nachzuschlagen – ein kleiner zugehöriger Park steht offen, in dem komme ich mir ein bisschen vor wie in Berlin im Botanischen Museum.

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