Kuba 10

25.-27.2.
Havanna

Obdachlos ist niemand, der Staat stellt jedem kostenlos Wohnraum zur Verfügung. Oder?

Vorm staatlichen Supermarkt steht ein Transporter, es wird säckeweise Reis geliefert. Auf einer Tafel ist mit Kreide geschrieben, wieviel Reis jeder zum Minimalpreis auf Bezugsschein bekommt. Ein Kubaner erklärt es uns.

Beim Platz der Revolution.

Im zentralen Busbahnhof.

Am Malecón.

Callejon de Hamel. Sonntag ist und Rumbamusik.

Voller Santeria-Symbole sollen die Bilder und Installationen stecken.

Man kann hier eigentlich unentwegt Fotos machen.

Zum Schluss doch noch was mit Magen und Darm. Vielleicht mehr psychisch. Geht auch schon wieder.
Am Flughafen Amsterdam Empfang mit vollstem Kommerz, iphone 7 usw… tatata! Heute als schrecklich empfunden, morgen schon wieder ganz normal. Und ich mache ja mit.

Kuba 2

5.2.
Rumba

Sonntag ist und heiss und in der Callejon de Hamel ab mittags Rumbamusik. Es wird afrokubanisch aufgespielt. Das Fernsehen ist auch da und interviewt den Künstler Salvador Gonzáles. Der ist Santeria-Anhänger. Ich lerne, das ist eine religiöse Mischform afrikanischer Götterkulte durchsetzt mit anderen kubanischen kulturellen Einflüssen. Der interviewte Künstler hat jahrelang die gesamte Häuserzeile mit Graffitis in Form von afrokubanischen Symbolen bemalt und grosse totemartige Skulpturen gestaltet.

Die angesagte Trommelmusik hat noch nicht begonnen, aber die Gasse ist schon dicht gefüllt mit erwartungsvollen Menschen, Einheimischen und Touristen.

An die Hauswand gedrängt bleibe ich stehen, ganz guter Platz hier zum Beobachten, die Musik kann ich ja hören. Die kleine Niña hinter der verriegelten Gittertür interessiert sich für mein Armband, holt einen Ball, zeigt ihre Ohrringe und albert herum.

Ihre Grossmutter vermeidet Blickkontakt, mag aber den angebotenen Fishermans Friend-Bonbon.

Bemalte Mauer.

Symbolhaltige Hausbemalung.

Mehr…

… und mehr…

… und mehr Bemalung.

5.2.
Hinterm Bahnhof…


… ein stark abgesichertes Elektrizitätswerk, auf der anderen Strassenseite Wohnhäuser.

 

4.2.
Internet auf Kuba

Auf öffentlichen Plätzen, vor Häusern, in Schlangen – überall sieht man Habaneros, die auf ihre Handys gucken, manche winken sich zu, freuen sich über offensichtlich zustandegekommende Verbindungen – so wie überall in den Anfangszeiten des mobilen Netzes. Seit ungefähr Weihnachten gibt es das Internet-Pilotprojekt für Privathaushalte, 1Std. für umgerechnet 1,40 €, zunächst nur in Havanna, habe ich gelesen.
Wir zahlen im nahegelegenen Saratoga-Hotel ca. 4€ für 1/4 Std, entspanntes Surfen unmöglich. Im Havanna Libre Hotel kostet die Stunde 5€.
Jemand, der letztes Jahr hier war, hat den Tipp gegeben, dass auf grossem Platz beim Theater freies Wlan sein soll. Der grosse Platz ist tatsächlich sehr voll mit Leuten jeden Alters, die auf ihr Display starren und es gibt hier sehr viele Wlans – aber kein offenes. „Pssst, Wlan?“ fragt jemand. Reflexartig schütteln wir den Kopf, weil hier dauernd jemand was anbietet. Hm, das nächste Mal frage ich nach dem Preis.

Angefixt…

… wie in anderen Teilen der Welt.

Mit dem Bus zum Playa del Este. Bei Bewölkung gut auszuhalten. Enthusiastische Sportler aus aller Welt.

Angeschwemmt. – Paradies für Schnorchler und Taucher.

Nachmittags warmer Nieselregen.

Abends durch ein neues Viertel, wohnen hier Wohlhabendere?

Strassenszene.

 

3.2.
Früh aufstehen…

… scheint zur neuen Gewohnheit zu werden, meist ist noch im Dunkeln die erste Unternehmung angesagt. Wir versuchen Touren aus dem Buch „Havanna – ein Reisebegleiter“ abzulaufen und direkt vor Ort nach- und vorzulesen. Aber das klappt nicht, ich kann mich nicht konzentrieren, zu viel ist los und ich muss dauernd Fotos machen.

Sehr früher Morgen.

Teile der Innenstadt dienen dem Weltkulturerbe und den Touristen, wirken schick und leblos. Die früheren Bewohner wurden in Trabantenstädte umgesiedelt.

Daneben Zerfall und Abriss. Arbeitsbrigaden bei morgendlicher Besprechung, neue Rohre werden gelegt.

Besonders fröhlicher Kubaner.

Zwischen Festungsbollwerken und Fähre: Flugzeugtrümmer abgeschossener amerikanischer Flieger.

Das Che Guevara-Museum übrigens nicht zu empfehlen, uninformative kitschige Verherrlichung, teuer. Wir sind die einzigen Besucher, vier Museumsfrauen begleiten uns auf Schritt und Tritt.
Vor dem Übersetzen mit der schrottreifen Fähre weist jemand vom Militär mit blutunterlaufenden Augen uns an, die Taschen zur Kontrolle auf den Tisch zu stellen. Sein Kollege guckt kurz rein, lächelt mich fast entschuldigend an.

Strassenszene.