Stadt der Rohre

Bisher kam mir Leipzig bei jedem Besuch hässlich vor, immer regnerisch, dunkel, abgerissen, schlecht gelaunt. An diesem hellen Frühlingstag war es schön, selbst die überall oberirdisch angelegten Rohre, die in der Sonne blitzten.

Extra hochgelegt, keine Ahnung, welche Funktion dahinter steckt.

Rohr in grün.

In den Häuserschluchten zwischen restaurierten Gebäuden viel Verfallenes mit marodem Charme.

Auffälliges Flickwerk.

Gezuckel mit der Straßenbahn durch triste nördliche Vororte, Endstation Buchmesse. Plötzlich glänzt und glitzert es. Ein beeindruckender gläserner Mikrokosmos wurde hier aus dem Boden gestampft – fünf durch Stahl und Glasröhren verbundene Hallen, dazwischen ein großer bepflanzter Teich, Mandelbäumchen blühen, Trauerweiden zeigen zartes Grün.

Die draußen rauchenden Besucher konnten eine Fotosession beobachten.

Riesenrose.

Die Stunden vergingen schnell. Irgendwann war ich so abgeschlafft, dass ich mir einen Ruck geben musste, um nach einer kurzen Pause wieder hochzukommen.

Als der Zug nach Berlin einrollte, war es fast dunkel.

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