Pyromanen

Das sorgfältig aufgeschichtete Holz fürs Feuer völlig durchweicht vom ausdauernden Regen. Für mich war der Osterfeuerplan ins Wasser gefallen. Aber der Nachbar kam durch den Nieselregen mit Spiritus, Baumschere und Söhnchen, brachte alles schnell in Gang, Zonenklaus begutachtete anerkennend – die vom Feuerteufel Gepackten machten sich ans Werk. Trockenes Geäst wurde aus den Bäumen geschnitten, morastige Latten und Balken aus der Schmutzecke gezerrt, dann das Gerümpel in der Scheune, ich schleppte kaputte Stühle, Türchen, diverse Hölzer an, hielt sie dem Nachbarn fragend entgegen, der nickte: ja, das haun wir auch weg.
Einige der Anwesenden saßen im Haus, schauten aus dem Fenster und fragte sich, wann wir anfangen würden, Latten aus der Scheune zu brechen. Ab und zu kamen sie mal raus, fanden es aber schnell ungemütlich – auch ich hielt mich gern immer länger drinnen auf.
Das Nieselwetter ging in Schneeregen über, doch das Feuer wurde abwechselnd bewacht und in Gang gehalten. Der Junge vom Nachbarn war am ausdauerndsten und ignorierte die fernen Rufe seiner Mutter: Wenn ich rübergehe, lässt sie mich nicht mehr weg.

Gut durchgeglühtes Feuer mit Stuhl.

Zonenklaus hatte sein selbstgebautes Waffeleisen aufgestellt und backte in der Veranda. Er hatte einige Mühe mit dem Teig und fand ihn nicht gelungen, uns schmeckten die Waffeln, halt sehr saftig.

Das Unterteil für die Glut besteht aus einem alten NVA-Helm, das Eisen selbst kann man drehen für gleichmässige Bräunung der Waffeln. Großes Foto: Zonenklaus.

Zum Schluss des Abends heißer Holunderwein – mir war durch und durch warm zumute.

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