Parque Lenin

20 km südlich vom Zentrum Havanna in besseren sozialistischen Zeiten fürs Volk geschaffen. Sehr großes Areal mit künstlichem See, Freilufttheater, Spielplätzen, Reit- und Erfrischungsmöglichkeiten usw.

Bei dieser stillgelegten Eisenbahnstrecke kommt man rein.

Nach längerem Fussweg stösst man auf einen prächtigen Pionierpalast…

… umgeben von einer eindrucksvollen Installation. Allerdings ist dort überhaupt nichts los, nur ein paar Jugendliche lungern vorm Gebäude herum.

Mittendrin ein eingezäunter Vergnügungspark gegen Eintritt. Da spielt die Musik, da gehen fast alle hin. Wir nicht, stattdessen laufen wir über schattenlose Betonplatten zur Hauptverkehrsader mit allen Arten von Fahrzeugen inklusive Pferdefuhrwerken. Unter Bäumen picknicken Familien neben ihren Autos.

Dicht vorbei am meterhohen knackenden Bambus, immer weiter, man will ja seine 20.000 Schritte laufen.

In diesem Restaurant stehen vier junge Mädchen erwartungsvoll zum Servieren bereit. Wir sind die einzigen Gäste und trinken zu ihrer Enttäuschung nur ein Wasser, das wir mit 20 nationalen Pesos (weniger als ein Euro) bezahlen dürfen, obwohl sie lieber konvertible Pesos hätten, auf die sie aber nicht herausgeben können.

Vor dem Restaurant blüht es schön.

Am großen künstlichen See hat sich eine einzige schwarzhäutige Familie niedergelassen. Dahinter das Freilufttheater, auf das laufen wir munter zu, werden jedoch von einem ziemlich breiten Bach gebremst. Man müsste ca. einen Kilometer schattenlos zurücklaufen und käme dann aus anderer Richtung hin. Wollen wir eigentlich gern, aber die Sonne… Während wir uns schon immer weiter von dem interessanten verlorenen Ort entfernen, diskutieren wir noch eine Weile, ob nicht doch umkehren, raffen uns aber nicht dazu auf.

An einem der Erfrischungsbüdchen gibt es nur Cola und Rum, noch nicht mal Agua. Die nationale Cola schmeckt genauso süß wie die andere.
Vorbei an vielen verfallenen Relikten des vergangenen sozialistischen Parks.

Hier war mal was für Kinder.

Wunderbare schattige Wege. Man trifft nur auf wenige weitere Parkbesucher. Warum? Sind die alle im kommerziellen Vergnügungsteil? Und warum wurde das einst von staatlicher Seite fürs Volk liebevoll Aufgebaute dem Verfall überlassen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.