Park der Poeten

Wenn man abends in zugigem Restaurant speist und sich hinterher in ungeheiztem zugigen Fadolokal aufhält und dabei ziemlich viel Wein trinkt, weil ein Liter weit günstiger ist als ein halber, wobei es dort alles andere als günstig war, was man aber verstehen kann, weil kostenloser Eintritt und die Fadosänger auch was verdienen wollen – wenn man dann plötzlich ziemlich platt ist und friert, dann kann man nur hoffen, nicht krank zu werden. Heute morgen jedenfalls nicht besonders frisch gefühlt. Egal, die Sonne scheint, es soll mit dem Zug in den Vorort Oeiras und mit Bus weiter zum Parque dos Poetas gehen.

Der Park liegt teils zwischen Wohnblocks, ist riesig und besteht aus drei Teilen. Im untersten werden die ältesten Poeten Portugals mit von verschiedenen Künstlern gestalteten „Inseln“ geehrt.

Die allermeisten Namen sind mir unbekannt.

Leider kann ich auch kein Portugiesisch.

Aber es gibt viele schöne Details.

Zum Beispiel bohnenförmige Früchte an diesem merkwürdigen Baum.

Ziemlich weit unten eine grosse Anzahl von ausschliesslich Frauenkörpern aus unterschiedlichem Gestein.

Und ganz unten einen Springbrunnen, der gerade nicht springt.

Der mittlere Poetenpark ist zur Zeit nicht zugänglich, dort wird gearbeitet. Der oberste schliesst an ein Stadion an und bietet hügelig guten Blick aufs Umland.

Mittendrin Wasserinstallation.

Die Dichter und Denker dieser Abteilung sind alle sehr gegenständlich dargestellt.

Poet in blühendem Rosmarin.

Rosmarin in Makro.

Poet in Lavendel.

Dieser Herr hat wohl nur eins im Kopf.

Riesenfliege auf Brust und zerstückelter Körper.

Obwohl ich mich gar nicht mit portugiesischer Poesie auskenne und deshalb über manche Darstellung nur wundern kann, hat sich der Besuch des sehr grossen und sehr vielfältigen Geländes gelohnt.

Von der anschliessenden riesigen Shoppingmall aus nehmen wir den vollautomatischen Zug, ein einziger Waggon fährt führerlos auf einer Art Riesenrutsche mit Gleisen steil runter Richtung Atlantik. Auch ein Erlebnis.

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