Laub

Früher liess ich es einfach liegen, über den Winter wärmte und nährte es den Boden, im zeitigen Frühling dann eine kurze matschige Phase auf der moosigen Wiese, bald darauf zerbröselt unter der Kraft jungen Grüns, die Reste weggesaugt im Rasenmäher.
Seit einigen Jahren schon harke ich das Laub stundenlang zusammen, und das über Wochen, obwohl völlig sinnlos, solange die Blätter noch fallen. Mein Blick hat sich geändert, ich empfinde das sauber Geharkte als schöner – wie konnte es so weit kommen? Hat das eindringliche Klagen des Nachbarn wegen unseres Nussbaumlaubs auf seinen Wegen mich umschwenken lassen, mache ich aus Integrationswillen das Spiel jetzt mit? Oder die laubfegende Alte gegenüber der Bushaltestelle, der ich neulich zurief, wie schön golden dieser Herbst doch ist, worauf sie sagte: na, Sie fegen ja kein Laub. Sie irrt, die Alte. Schade eigentlich.


Und dann gibt es in Oderberg noch diese Gasse, die mal so und mal so heisst.

Ein Gedanke zu „Laub

  1. … du nimmst wohl schlechte Gewohnheiten an, aber selbstverständlich wird hier in meiner Stadt – aller Vernunft zum Trotz – auch weltmeisterlich Laub gefegt.

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