La Habana

Die Küche mit gemauerter Kochstelle im übergrünten Patio, freundliche Servicekräfte bringen flink Kaffee und Spiegelei, mundgerechte exotische Fruchtstückchen und Ham und Cheese und Törtchen zum Frühstück. Ein kleiner knochiger Alter fegt langsam Verblühtes zusammen, der betagte Schäferhund des Hauses mit Hüftproblem sucht sich ein Schattenplätzchen, dezente Musicalsounds als Umrandung. Ich denke, ich bin im Disney-Trickfilm.

Verlässt man die traumhafte Unterkunft, knallt die volle Sonne auf geröllige Wege mit stinkenden Müllhalden vor ruinösen Villen, von denen die meisten bewohnt sind. Jemand knickt gesammelte Getränkedosen platt und stopft sie zurück in den Sack, hin und wieder scheucht ein im Schritttempo daherrumpelnder filmreifer Oldtimer die allgegenwärtigen Hühner auf. Hunde ohne Zahl, dem Aussehen nach Straßenköter, doch meistens gehören sie jemandem. Ausser sie kneifen einem ins Hosenbein, dann heißt es „no es mio“.

Steht man vor der Morgendämmerung auf mit ein bisschen moneta national in der Tasche und schlendert den Hügel zur Calzada del 10 de Octubre hinunter, stößt man direkt auf eine Hauptverkehrsader. In krass überfüllten Bussen hängen an den Haltegriffen schattenhafte Gestalten, die zur Arbeit gekarrt werden. Gleich um die Ecke eine Kaffeeverkäuferin mit Thermoskanne, ein Fingerhut voll stark und süß für 1 Peso nacional (ca 5 Cent), das leere Plastikbecherchen gibt man zurück, Nachhaltigkeit. Wieder in kleine Gassen, vorbei an Straßenfegern mit Schubkarren, zum nahegelegenen Park mit Hotspot, gute Verbindung um diese Tageszeit, weil noch kaum jemand surft.

Schon nach 7 Uhr? Auf in den hell gewordenen Morgen zum traumhaften Frühstück in Trickfilmland!

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