Kirche, Krippe & Dessert

Dieses Weihnachten bei den Eltern war anders. Sie sind beide krank, aber wollten doch, dass wir alle kommen. So nahm das sonst stillgewordene Haus neun Gäste auf, die natürlich sehr willig waren, zu helfen, wo es nur ging. Der Baum wurde von uns aufgestellt und geschmückt, statt gebratenem Geflügel gab es Bofrost, das war schon ganz okay. Es war eben kein selbstgemachter Griebenschmalz da, den mein Vater sonst so gern angeboten hatte.
Aber – wir durften uns nicht streiten, und als es einmal doch passierte, erschraken wir uns, wie sehr es meinen Vater mitnahm. Und so geschah es, dass ich mich meiner durchgedrehten Schwester gegenüber zum Gleichmut zwang.
Meine Mutter saß oft lange in der Küche wie auf diesem Bild, das ich – gerade von draußen gekommen – mit beschlagenener Linse machte:

Es gab sogar eine Gelegenheit, mit Manfred und ihr ganz ruhig und ernsthaft über verschiedene Jesus-Vorstellungen zu reden, während meine andere Schwester nebenan Weihnachtslieder ins Klavier drosch.

Heiligabend in der Kirche saßen wir ganz nah bei der Krippe, der schönste Platz, finde ich. Während der Predigt betrachtete ich alle Details der Figuren und es entstand ohne Blitzlicht dieses Bild:

Gestern abend dann Weihnachtsmenü zu zehnt im neueröffneten Felsenkeller. Kunstvoll drapierte Fleisch- und Gemüsekleckse auf großem Teller. Ich hatte nur drei winzige Pilze dabei, auf Nachfrage bekam ich dann ein Schälchen extra.

Das Dessert.

Es schmeckte zwar alles sehr gut, war aber für dörfliche Verhältnisse zu wenig und reichlich teuer. Und einen „Absacker“ vom Haus, wie die Niedersachsen ihn gewohnt sind, gab es auch nicht.

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