Holunderwein

Ein guter Tag zum Weinansetzen. Erst mal pflücken, das geht schnell, zwei volle Eimer sind die Ausbeute.

An der Südseite die schwärzesten Beeren.

Das Abstreifen der Beeren von den Stielen ist richtig zeitaufwändig, aber ich höre dabei den Psychothriller „Tess Gerittsen, Die Chirurgin“, deshalb wird die Arbeit nicht langweilig.
Kartoffelstampfer raus, die Beeren so gut wie möglich zerstampfen.

Holunderbeeren im Saft.

Ich wiege 5 kg Beeren. Also muss der grosse 25-Liter-Weinballon raus, denn es kommt nochmal die gleiche Menge Zucker und doppelte Menge Wasser dazu. Zucker im Wasser auflösen, mit Beerenbrei in Ballon füllen. Zum Schluss Weinhefe, damit wilde Hefen nicht die Oberhand gewinnen. Und ein Schnapsglas Milchsäure, denn Wein braucht etwas Säure, aber Holunder hat fast keine. Gäraufsatz drauf – das war’s erstmal.
Ballon täglich schütteln, damit an der Oberfläche kein Schimmel entsteht. Nach ein paar Tagen beginnt die stürmische Gärung mit starker Schaumbildung, das Gäraufsatzhäubchen ploppt ununterbrochen.
Nach wenigen Wochen hat sich alles beruhigt, der Wein wird von der Maische abgezogen, wieder in den Ballon gefüllt und gärt nach.
Bei meiner Methode ist das giftige Sambunigrin noch drin, weil ich den Saft vorher nicht abkoche. Bei uns wird Holunderwein deshalb nur heiss getrunken (er haut trotzdem ziemlich rein, aber ohne dicken Kopf). Mit ein bisschen zusätzlichem Zucker, denn er ist ziemlich sauer. Ein grossartiges Getränk für kalte Winterabende, das durch und durch wärmt.

Prost!

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