Kuba 10

25.-27.2.
Havanna

Obdachlos ist niemand, der Staat stellt jedem kostenlos Wohnraum zur Verfügung. Oder?

Vorm staatlichen Supermarkt steht ein Transporter, es wird säckeweise Reis geliefert. Auf einer Tafel ist mit Kreide geschrieben, wieviel Reis jeder zum Minimalpreis auf Bezugsschein bekommt. Ein Kubaner erklärt es uns.

Beim Platz der Revolution.

Im zentralen Busbahnhof.

Am Malecón.

Callejon de Hamel. Sonntag ist und Rumbamusik.

Voller Santeria-Symbole sollen die Bilder und Installationen stecken.

Man kann hier eigentlich unentwegt Fotos machen.

Zum Schluss doch noch was mit Magen und Darm. Vielleicht mehr psychisch. Geht auch schon wieder.
Am Flughafen Amsterdam Empfang mit vollstem Kommerz, iphone 7 usw… tatata! Heute als schrecklich empfunden, morgen schon wieder ganz normal. Und ich mache ja mit.

Kuba 9

25.2.
Brandrodung

Nach der überall stattfindenden kontrollierten Brandrodung bleibt fruchtbare Asche übrig, die wegen hoher Luftfeuchtigkeit nicht weggeweht wird, so dass schneller Wiederaustrieb stattfindet.

 

22. – 24.2.
Viñales

Das Valle de Viñales, „Kulturlandschaft der Menschheit“ (Unesco 1999), zählt zu den meistbesuchten Orten Kubas. Dementsprechend gewachsen ist die touristische Infrastruktur des gleichnamigen Städtchens. Wir kommen früh an und weil wir hier etwas länger bleiben wollen, nehmen wir uns Zeit für die Zimmersuche, finden was mit Garten und schattigen Plätzchen, M. sitzt gern nach vorn raus im Schaukelstuhl, ich hinten zwischen Orangen- und Bananenbäumen und Kaffeesträuchern. Wir sind so lange auf Hochtouren gelaufen, bisschen Relaxen muss sein.

Hauptstrasse des Ortes.

Mutter und Kind.

Beim zentralen Platz mit Kirche steht das Gemeindehaus mit vielen Angeboten für die Bevölkerung. Gerade findet hinten im Hof eine Art balladesker Improgesang statt, bei besonders gelungenen Reimen gibt es Beifall.

Aufmerksam lauschendes Publikum.

Vorne steht die Tür zum Tanzkurs offen, man kann jungen Leute, denen der Spass am Tanzen nur so aus den Augen sprüht und die den Rhythmus wirklich im Blut haben, beim Lernen der Schritte zusehen, viele Touristen tun das.

Gegen Abend schon mal einen Feldweg Richtung Berge erkunden.

 

Viñales – die Umgebung

Die in den 1960ern geschaffene riesige Gesteinsbemalung, auf der rudimentär die Entwicklung der Evolution dargestellt wird, ist erstes Ziel. Abgesehen von der auf uns laienhaft wirkenden Gestaltung findet hier der übliche Touristennepp statt.

Der Eingang zum verwunschenen botanischen Garten ist mit dieser skurrilen Deko versehen.

Gerade rechtzeitig zu einer Führung gekommen. Reichhaltigste dschungelartige Atmosphäre. Hier Bambuswurzeln in typischer roter Erde. Die ist sehr fruchtbar, aber schwer zu bearbeiten.

Endemische Korkpalme, Bestand gefährdet.

Reife Kakaofrucht.

Zum Schluss bekommt jeder eine Scheibe Ananas und der nette Guide erklärt nochmal einige Früchte und wartet auf Spenden.

Besichtigung einer der zahlreichen Höhlen des Tales. Für 3 CUC darf man den Höhlengang in der Mitte durchlaufen, in 5 Min. ist man durch und wird überraschend von zwei Schwarzen erwartet, einer trommelt, der andere ist Feuerschlucker. – Früher versteckten sich im verzweigten Gangsystem geflohene Sklaven.

Der Ausgang. Fressbuden und Pferdekutschen warten, aber wir wollen nichts.

Vom etwas ausserhalb gelegenen Hotel hat man einen prima Ausblick über die Berge. Ausserdem gibt es Etecsa (Internet) bequem vom Sessel aus und für 3 CUC kann man den Swimmingpool benutzen.

 

Landwirtschaft

Geführte Tour. Da kann man fragen, man weiss ja so gut wie nichts über Flora und Fauna. Ich lerne: was am Wegrand wächst und wie Mimosen aussieht, sind tatsächlich Mimosen. Guaven kann man mit Schale essen. Malanga is the Queen of Roots. Die überall sichtbaren Rotkopfgeier vermehren sich so stark wie die Chinesen, die Führerin grinst und tut so, als hätte sie das lieber nicht gesagt.

Kurze Tabaktour ist inbegriffen, der weltweit beste Tabak für Zigarren wächst in der Gegend um Pinar del Rio und wie in vorindustrieller Zeit wird jede einzelne Zigarre von der Blattauswahl über Fermentation bis zum Fertigrollen manuell hergestellt, weshalb man den 10er-Pack für 40 CUC kriegt. Ich kaufe keine.

Tabakarbeiter bei Auswahl der erntereifen Blätter. Die Mittelrippe des Blattes enthält das Nikotin und wird erstaunlicherweise entfernt.

Die auskunftsfreudige Führerin zeigt einen Kaffeestrauch.

Pflügen des Bodens mit Buckelrindern.

Aus den dornigen Buckeln vom Stamm des Debill(?)-Trees wird Ascorbin hergestellt.

Sternfrucht (Karambola).

Ein Kaffeebauer führt uns durch sein Tal und bietet Bohnen in Plastikflaschen an.

Ananas.

Kakaofrucht.

Eine äusserst vielfältige vierstündige Tour.

 

Kuba 8

21.2.
Mariel

Statt morgens frisch loszufahren, muss erstmal ein platter Reifen gewechselt werden. Ein netter junger Deutscher macht das zum Glück, wir können es gar nicht. Bei Cuba Car in Jagüey Grande stehen die Fachkräfte verständnislos vorm Auto, der Ersatzreifen ist doch dran, alles prima. Nach ca. 1 Std. und heftigen Diskussionen wird der kaputte Reifen mit Riesenabschleppwagen zur Reparatur transportiert und tatsächlich zeitnah geflickt zurückgebracht.

Fahrt durch eine Wohngegebd in Jagüey Grande…

… eigentlich wollen wir nach Viñales, das ist aber noch sehr weit weg. Eine Tankstelle mit dem nötigen Spezialbenzin wird erst in Havanna nach vielen Staus und langer Suche mit Hilfe eines Schwarzen gefunden, der dafür unverschämt viel verlangt, aber vermutlich mit den 10 CUC, die er bekommt, zufrieden ist.

Inzwischen ist der Tag schon fortgeschritten, Viñales erreichen wir nicht mehr vor Einbruch der Dämmerung, das ist klar – aber wohin? Mit Hochgeschwindigkeit die Autopista Richtung Pinar del Rio entlanggebrettert, dann zur panamerikanischen Pista, um an der Küste Unterkunft zu finden. Und die finden wir in Mariel, einer ziemlich grossen Industriestadt mit Lateinamerikas grösstem Tiefseehafen inkl. zollfreier Zone. – Bullenschwein auf dem Weg zur Unterkunft.

Gleich die Stadt erkunden, wir finden den Hafen.

Wirklich, viel Industrie.

Wunderbares Licht.

Die Strassen entlang…

… werden wir beobachtet.

Nachher stellt uns der Hauswirt eine Flasche Rum mit zwei Gläsern hin und wir dürfen auf seiner Dachterrasse den Ausblick geniessen, während das Essen gekocht wird. Prima. Schöne Stadt. Gefällt uns. Morgen nach Viñales.

 

20.2.
Playa Larga

Bauboom im kleinen Örtchen auf der Zapata-Halbinsel, jede Casa bietet Unterkunft, Umbruchszeit. Im örtlichen Laden für Einheimische gibt es frische Brötchen, Salzkekse aus dem Bottich und Rum. Der sei „für die Familie“, erklärt uns jemand, also für die Kubaner. Weil wir Moneta National haben, bekommen wir trotzdem was, für 26 Peso (ca. 1,10 €) eine Flasche Rum und eine Schaufel Salzkekse.

Wie der Name schon sagt – ein langer Strand.

Fischerbootidyll.

Blaue Stunde.

 

19.2.
Tal der Zuckermühlen

Erste Station Mirador. Früher standen im Valle de los Ingenios 48 Zuckermühlen. Vorn das helle Feld ist Zuckerrohr, sozusagen ein Museumsfeld, das ganze Tal wurde zum Welterbe erklärt, weshalb hier für industrielle Verwertung nichts mehr angebaut werden darf.

Weiter zu Ruinen von Zuckermühlen, Sklavenunterkünften und Lagerhäusern. Sklaven wurden wie Sachgüter behandelt und regelrecht verheizt. Es gab sie hier noch bis 1890.

Mittagshitze, Durst. In Manaca Iznaga ist Markt. Frisch gepresster Zuckerrohrsaft eisgekühlt wird angeboten. Ich hätte nicht gedacht, dass mir süsser Zuckersaft schmeckt. Woran man sich alles gewöhnen kann. Auch an Kaffee schwarz mit Zucker, wie man ihn im Fensterverkauf bekommt. – Hier Zuckerrohrquetsche. Aus den dicken Stängeln wird der Saft aufgefangen.

Vom imposanten Torre Manaca Iznaga geht der Blick wieder weit übrs Tal. Gerade kommt der historische Zuckerzug voller Touris von Trinidad angerumpelt. Übrigens der einzige Zug, der von dort noch regelmässig fährt.

Viel los auf dem Weg zur nächsten Station.

Es geht zum Zuckerpalast dieses Barons, der offensichtlich ein schweres Leben hatte mit seinen 360 Sklaven.

Die Wände in der prunkvollen Eingangshalle sind bis zur Decke gepflastert mit Gemälden von Orten, die der Baron mal bereist hatte.

Nebenan ein historischer Kühlschrank. Der funktionierte mit dem Gestein Karburo (weiss nicht, ob ich das richtig verstanden habe), bei dem in Verbindung mit Wasser und Metall eine chemische Reaktion erfolgt, die das Wasser zu Eis werden lässt. Aus diesem Gestein kann angeblich auch noch Gas zur Lichterzeugung gewonnen werden. Echter Wunderstein.

Schliesslich Imbiss mit Erfrischung im nahen Lokal. Zwei frei in Bäumen sitzende Papageien beäugen das Treiben.

 

Kuba 7

17.-19.2.
Trinidad, Casilda

Überall auf Kuba: kurzhaarige gutartige Hunde, gern in Restaurants, im Häuserschatten oder auch mal mitten auf der Strasse. Pferde, Rinder, Hühner, Katzen, Ziegen ohne Zahl.

Am Bahnhof von Trinidad ländliches Leben. Züge fahren von hier wegen verrottetem Bahnsystem fast gar nicht mehr. Nur der touristische Zuckerrohrzug tuckert regelmässig durchs weltkulturerbegeschützte historische Zuckerrohrtal.

Kiosk am Bahnhof.

Eidechse in Trinidads Altstadt.

Häufig Käfigvögel vor den Häusern. Gar nicht selten sieht man Leute ihre Vögel spazierenführen.

Das Museum der Konterrevolutionäre zeigt lange Gänge mit Porträts kubanischer Helden, die Anfang der 1960er Jahre hier in den Bergen im Kampf gegen amerikanische Zersetzung starben. Die Treppe hoch kommt man auf eine grosse Rundumterrasse mit Blick über Trinidads Dächer.

Von dort kann man z.B. direkt in eine Schulklasse gucken.

Unweit des historischen Zentrums.

Samstag nachmittag auf einem grossen Platz beim Park. Lange Reden, schmetternde Musik, sportliche Darbietungen von Kindern und Jugendlichen.

Warten auf das Ende der Reden.

In der Mittagshitze auf schattiger Bank im Zentrum. Beleibte Touristin walzt vorbei, über der Schulter ein Beutel, auf dem steht Ladywalk. Beim Öffnen meiner Tasche fällt mein Blick auf die stets griffbereiten Taschentücher, auf denen steht Sanft und sicher.

Wir lernen Frank kennen, einen Deutschen, der Kuba seit Jahrzehnten kennt, hier inzwischen verheiratet ist und ein Hostel in Casilda bei Trinidad führt, in dem vor allem deutsche Touristen unterkommen. Er ist gern zu Gesprächen über das kubanische Leben und System bereit und vermittelt uns eine Unterkunft in Casilda.

Casilda ist ein langgestreckter Ort mit regem Leben.

Bis zur Bucht, in der russische Sprengstoffköpfe für die hier einst stationierten Atomraketen ankamen, gehen wir, aber ans Wasser darf man nicht, militärische Sperrzone. Sieht allerdings eher wie ein harmloser Fischereihafen aus.

In der Nähe gibt es herrliche Strände, Korallenriffe, Paradiese für Schnorchler und Taucher. Hier kleine Krabbe…

… und noch eine andere.

Malerischer Schrottkahn auf See, hinten Ausläufer von Trinidad.