Fürstenwerder Wortgarten

Einstiges Ackerbürgerstädtchen in der Uckermark. Bevölkerung auf 700 Seelen geschrumpft. 3/4 der Stadtmauer noch erhalten. Kaum Empfang. Im Hotel muss man immer wieder nach neuem Wlan-Passwort fragen, das ist zeitlich begrenzt und man bekommt es auf vorbereiteten gelochten Zetteln, mit denen man sich erstmal auf Empfangssuche begeben muss. Schande über die regionale Netzdichte in Deutschland.

Hier nahmen ein Wochenende lang zahlreiche hochdotierte Autoren am „Wortgarten, Festival für Literatur und Musik in der Uckermark“ teil. Und die scheinen sich schon grösstenteils für ein besonders bedeutsames Völkchen zu halten, die Literaten.

Ein einheimischer Landwirt wollte sich uns am ersten Abend mitteilen und erklären, warum er mit Glyphosat arbeitet, konnte aber aufgrund fortgeschrittener Trunkenheit nur noch unverständige Bruchstücke seiner Kenntnisse zu Gehör bringen. Schade, denn er schien sich wirklich eine Menge Gedanken über das Thema gemacht zu haben.

Gutbesuchte Veranstaltungen an verschiedenen Orten und viele neue Eindrücke.

Sippentreff in Bremerhaven

19 Nachkommen von Urgrossvater Michael reisen an. Aus schönstem Sommer in bewölktes Seeklima. Auf dem Plan eine dreistündige Fahrt nach Helgoland. 90% Regenwahrscheinlichkeit. Da niemandem eine Alternative einfällt, wird trotzdem hingefahren.

Besonders schöner Schneck auf Helgoland. Niesel immer doller.

Kurz bevor der Platzregen einsetzt. Dreistündige Rückfahrt in nassen Klamotten. Auf dieser demolierten kargen Insel bin ich dann auch mal gewesen.

Das Auswanderermuseum in Bremerhaven dagegen sehr sehenswert.

Liebevoll und informativ gemacht, zum Anfassen und Begreifen, in den engen nachgemachten Schiffsgängen kommt man fast ins Wanken. Man kann einen ganzen Tag dort verbringen. Natürlich war nicht genug Zeit, hätte man das mal statt Helgoland gemacht.

Und schon war das Wochenende vorbei und es wurde die Heimreise angetreten.

Betonschachteln in Landwirtschaft

Der Stadtteil Alamar liegt im östlichsten Teil Havannas am Meer und gilt als Betonwüste, was er bis zur Spezialperiode vielleicht auch war. Jetzt ist er durchzogen von immer grösser werdenden Organoponicos, also Stadtgärten, in denen Gemüse, Heil- und Zierpflanzen nach ökologischen Kriterien angebaut werden. Weil nach dem Zusammenbruch der UdSSR wegen Blockade kaum noch etwas nach Kuba gelangte, besann man sich auf eigene Ressourcen. Aus echter Not wurde nach westlichen ökolandwirtschaftlichen Gesichtspunkten ein grosser Fortschritt. Darüber gibt es diverse Publikationen, z.B. „Lebendige Gärten – urbane Landwirtschaft in Havanna/Kuba zwischen Eigenmacht und angeleiteter Selbstversorgung“, eine gut lesbare Diplomarbeit von Daniela Kälber.

Der erste Eindruck ist trübe. Doch er trügt.

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Regla

Um 5 Uhr früh steht nochmal ein komplettes Frühstück in Baracoa auf dem Tisch, ich kann tatsächlich schon erstaunlich viel essen, Kaffee, die obligaten zwei Spiegeleier und den ganzen Fruchtteller. Unkomplizierter Rückflug nach Havanna mit Cubana.

Dachterrassenblick der Unterkunft in Havanna. Hinten die ewige Flamme der Ölindustrie von Regla.

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