Tal der Liebe

Weil die Brücke in Hohenwutzen gesperrt ist, geht es in Schwedt über die Oder nach Krajnik Dolny (Niederkränig). Da kommt man sonst selten hin. Kurz Polenmarkt. Was sind denn das da für große längliche knallorange Tomaten mit Spitze? Eine besorge ich zur Saatgewinnung. Dann auf zum Fluss.

Wunderschöner Bauerngarten auf dem Weg.

Breite Oder, guter Fußweg. Eine große Tafel „Tal der Liebe“ mit Karte am Rand. Schon öfter davon gelesen. Aber es ist kein Eingang zu finden. Wir beschließen, nach Zaton Dolna (Niedersaathen) zu fahren, dem nächsten südlich gelegenen Ort, vielleicht kommt man von dort rein.

Stimmt, gut ausgeschildert in Zaton Dolna.

Bilderbuchidyll kurz vor dem Park.

Verwunschene Welt, kein Mensch außer uns ist hier unterwegs.

Station Adam und Eva.

Mächtige Baumriesen.

Baumgesicht…

… und Eingang zum Zwergenreich.

Abseits der Wege wildes Wachsen und Stürzen.

Steil hoch und runter führen manche Pfade und an vielen Stationen vorbei. Auf dem höchsten Aussichtspunkt ein großer alter Steintisch mit der gemeißelten Inschrift „Deutschland über alles“. Mehr über die Geschichte des Parks hier.

Marienkirche in Chojna

Seit 1994 Wiederaufbau in deutsch-polnischer Zusammenarbeit, mehr dazu hier.

Ganz dicht von aussen.

Beim Ranzoomen werden oben Skulpturen deutlich.

Bibelsprüche auf Deutsch im Eingang. Die Kirchenhalle ist bis auf zwei Arbeiter leer, sie winken uns durch.

Mächtige Halle im Restaurationsmodus, rechts vom Hauptgang unzerstört wirkende Säulen, links mit Betonkern neue noch nicht ganz hochgezogene. Ich wende mich lieber den Details zu. Und wegen großer Hitze am Tag des Blogeintrags wird heftig HDR angewendet.

Maria im Fenstersims.

Reste von Wandgemälde.

Gemalte Verzierungen.

Hohe Wandgerüste, Säulenwiederherstellung, noch viel Unrenoviertes – die Restaurierungsphase ist sehr eindrucksvoll anzusehen.

Nawodna

… ist ein Dorf nördlich von Chojna. Ein junger Pole erzählt uns auf deutsch, dass sein Haus 200 Jahre alt ist und früher hier Deutsche lebten und dass er schon mal in Schwedt gearbeitet hat. Wieder bedaure ich, kein Polnisch zu können.

Auffällige Papsthuldigung am Hügelchen vor der Kirche. Wer sind die vier anderen?

Kreuzgangstationen schön gestaltet. Die Kirche wurde in den 1960ern neu aufgebaut.

Warschau, Türme

Fast sieben Stunden tuckelt der Zug von Berlin nach Warschau. Wir haben Fensterplätze. Eine Dame mit Hund, die gut Deutsch kann, erkundigt sich in unserem 6er-Abteil, ob hier jemand allergisch gegen Hundehaare ist. Nein, niemand hat was gegen das Hündchen. Sie lässt ihr rotes Köfferchen von einem hageren alten Polen, Typ sportlicher Rentner, ins Gepäcknetz wuchten, setzt sich mit Hündchen auf Schoß aufatmend neben mich und beginnt mit dem Polen ein angeregtes Gespräch. In Rzepin steigen zwei Frauen zu, die die Sitzplätze der Hundehalterin und des hageren Polen einfordern; bei dieser Linie besteht Reservierungspflicht. Ein für uns unverständlicher Disput entbrennt. Der Pole zeigt selbstbewusst seine Reservierung, wir wähnen ihn im Recht. Die beiden Frauen holen aber den Schaffner. Der stellt fest, dass das Billet des Polen nur bis Rzepin gilt und dass sich der Sitzplatz der Hundehalterin in einem anderen Abteil befindet, in dem jedoch jemand allergisch gegen Hunde ist. Das ganze in höflichem gesetzten Ton. Beide räumen ihre Plätze, das Hündchen muss dann im Gang bleiben und was mit dem schon recht frechen polnischen Rentner passiert, wissen wir nicht.

Kulturpalastbesuch, schon wegen der Geschichte: Stalin „schenkte“ ihn der im Krieg von den Deutschen völlig zerstörten Stadt – bei Fertigstellung 1955 war er das zweithöchste Gebäude Europas. Prima Ausblick von oben. Unten umrandet von Blumen in Beton.

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