Castelveccana

Bresaola-Schinken lecker, immer wieder Gang zum Kühlschrank für noch ein Scheibchen, jetzt ist er alle. Dazu Rotwein, immer wieder draussen Nachschub holen, wo die anderen sitzen. Und niemand ausser mir will jetzt noch surfen, wie schön.
Den dritten Tag in Italien. Zum Schwimmen wird täglich nach Castelveccana gefahren, ich laufe dort meistens rum, die rotte Industrieromantik ist sehr anziehend.


Weitläufige Ruinen der Keramikfabrik direkt am Lago Maggiore. Weiterlesen

Verona & Arena

Jeder Stein erzählt hier Geschichte, sogar in den marmornen Gehplatten findet man sie, nämlich versteinerte Ammoniten. Oh angenehm, nachts bei schwüler Hitze barfuß über den immer noch lauwarmen Marmor.
Wieviel Fotos hier wohl täglich von den Touris geschossen werden? Allein ich habe um die 100 Stück in den paar Stunden, die wir dort waren, geknipst; eigentlich wollte ich gar nicht mehr, aber an jeder Ecke und immer wieder findet man tolle Motive, die dann auf Foto allerdings oft gar nicht mehr so toll aussehen – weshalb ich die meisten dann doch verworfen habe.

Zum Beispiel sah ich diesen Balkon.

Oder dieses Balkondetail.

Merkwürdige Mischung aus italienischer Mortadella und etwas Undefinierbarem.

Detail aus Denkmal.

Ein Fenster.

Abends in die Arena, das riesige Volkstheater aus römischer Zeit, in dem man früher Menschen von Löwen zerreissen liess. Gestern gab es die Oper Nabucco. Die allererste Oper meines Lebens. Ich bin zwar jetzt nicht zum Opernfan geworden, aber: es war wirklich ein einmalig schönes Erlebnis. Verschwitzt, erschöpft und mit flauem Gefühl im Magen die steilen Sitzstufen bis ganz nach oben geklettert und vier Stunden später entspannt und fröhlich wieder unten angekommen. Eine Oper unter freiem Himmel und ohne Verstärkung. Ich sah die Bühne nur als Pünktchen, mochte das hysterisch anmutende Vibrato in den Frauenstimmen nicht und verstand überhaupt nix vom Inhalt. Und fühlte mich klebrig wohl in der schwülen sternklaren Nacht auf der antiken warmen Steintreppe mitten in den Menschenmassen.

Arena in der Nacht.

Cittiglio – Cascate – Hilfe!

Wieso mache ich das? Wieso hänge ich in den Felsen und kann nicht vor und nicht zurück? 20 cm breit ist der unbefestigte Weg ohne Haltemöglichkeit direkt über dem Abgrund, mein Begleiter hat die kritische Stelle bereits überwunden und ruft aufmunternd: Komm, hier wird’s besser, wir sind gleich da!
Schwer atmend versuche ich mich zu beruhigen. Ich will so gern weiter, aber es geht nicht. Ich geh zurück, schluchze ich und verharre echsenstarr an die Wand gepresst. Okay, ruft er, dann warte unten.
Ich reisse mich zusammen und schaffe den Abstieg meist auf dem Hosenboden rutschend. Unten atme ich auf. Es ist so schön hier, so paradiesisch schön. Ich wische mir den Schweiss von der Stirn, muss pinkeln, setze mich auf einen großen bequemen Stein im Geröllfeld des Bachrinnsals, lichtdurchfluteter Schatten großer Bäume überall, lasse die Füsse ins Wasser hängen, gucke auf den ersten Wasserfall und lasse mich vom gleichmäßigen Rauschen beruhigen.
Und weil es so schön ist, dachte ich eben, ich schaff es auch zum zweiten und dritten Wasserfall hier oberhalb von Cittiglio.

Die Schlucht – vorn rechts etwas Wasserfall.

Riesige bizarr aussehende Steine im Bachbett, hier ein versteinerter Saurierkopf.

Winzige Schnecke auf Feigenblatt.

Plätschern – so ein schöner Sound.

Diese Beeren habe ich lieber nicht versucht.