Laub

Die sehr alte Nachbarin harkt langsamen Schrittes die letzten Blätter zusammen. Es geht immer schlechter, sagt sie, aber es müsse ja weg, neulich hätte sie vier Karren…und Herr Soundso, obwohl schon 86, komme manchmal zum Helfen.
Ich schaue sie an, ihre weissen Haare immer in Form gelegt, die Augenbrauen immer unauffällig exakt nachgezogen, die zierliche gebeugte Gestalt.
Der Kirschbaum hat noch so viele Blätter. Und auf dem Friedhof das Grab ist auch immer wieder voll, seufzt sie.
Ich erwähne den Nussbaum und dass da jetzt alles runter ist und ich in einem Rutsch wegharken kann. Sie sagt, ihren hätte ihr Mann noch gefällt, wie froh sie darüber sei, so viel und so schwer war das Laub.
Andererseits, sage ich nun doch, hat die Natur das ja so eingerichtet für den Nährstoffkreislauf, diese schützende Schicht, man könnte sie auch liegen lassen. Sie nickt sofort, gibt mir recht. Man hört so viel über ausbeuterische Landwirtschaft, sagt sie. Kurz werfen wir uns die Schlagworte zu, falsche Tierhaltung, Antibiotika, erodierende Böden…
Später fange ich unterm Nussbaum an zu harken. Unter dem regenschweren Laub beim Kompost kommen grosse Mengen Regenwürmer zutage, wie toll. Aber meine Programmierung lautet Laub weg, ich kann sie nicht stoppen, der Weg muss frei sein.

Wespenspinne

Zum ersten Mal im Garten gesichtet: eine Wespenspinne. Schiebt sich immer weiter nach Norden vor.

Nachtrag zum afrikanischen Löwenohr: Kraut und Blüte enthalten psychoaktive Stoffe, können Entspannung, Ruhe und Benommenheit auslösen. Tatsächlich ist der Anbau der Pflanze in Polen und Lettland verboten.

Benediktendistel. Muss mich noch genauer über sie informieren. Hier donnert es gerade nach großer Schwüle.

Afrikanisches Löwenohr

Eine erstaunliche Pflanze. Wird fast schlagartig über 2 m hoch und blüht schon im selben Jahr auf verschiedenen Etagen am selben Stängel. Völlig anspruchslos, wächst auch auf schlechtem Boden, ich habe nur anfangs bisschen gegossen und dann überhaupt nicht mehr trotz übergrosser Trockenheit.

Der Spillingewahn ist gerade vorbei, drei Wochen lang fiel das Mus vom Himmel. So wohlschmeckend. Jeden Tag meditatives Aufsammeln. Vielleicht doch mal eine Regentonne voll zu Wein gären lassen.

Saisonaler täglicher Frühstücksteller…

… Saatgewinnungsvorbeitung …

… und schönste Überfülle. Es könnte ruhig länger Sommer sein.

Tomatige Farbenpracht

Davon kann leider bisher keine Rede sein, so gut wie alle Tomaten sind noch grün, wenn auch mit teils erstaunlichen Formen.

Zum Beispiel hier die Zahnradtomate. Und beim Ochsenherz Findling sind alle Früchte verschieden geformt.

Dattelwein übertrifft in der Menge alles.

Kann man ja schon mal seine Sorten nach Farben geordnet hinschreiben, sozusagen in Vorfreude:
Black Krim, Black Zebra, Black Cherry, Black Plum, Schwarzer Russe, Schwarzer Elefant, Schwarze Trüffel, Ananas Noir.
Weißer Pfirsich, Snowwhite Cherry, Weiße Schönheit, Weiße Mirabelle, Weiße Dattel, White Sensation.
Aunt Ruby German Green, Green Tiger, Green Zebra, Evergreen, Emeraude.
Orange, Polnische Orange, Orange von Goeljenbier.
Marianas Blaue, Blue Beauty, Glossy Rose Blue.
Ponderosa Pink, Rosa Bärentatze.
Gelbe Banane, Lilians Yellow Heirloom, Carrotlike, Ida Gold, Goldene Königin.
Rote Zora.
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Außerdem:
Old German, Indigo Kumquat, Suncho Cola, Lungi si Rotunde, New Mexico, Beta, Scabitha, Malakhitovaya Shkatulka (außerordentlich reichtragende grüne), Tumbling Tiger, Amber Colored, Dwarf Shadow, Mascota, Amethyst Jewel, Oaxacan Jewel, Brandy Wine Black, Sarandipidy, Long Keeper, Azoychka, Candy Sweet Icycle, Ochsenherz Findling, Lämpchen, Fence Row, Resi, Rosii Marunte, Venusbrüstchen, Schwärzels, Rozovyilzumnyi, Sandorino, Hellfrucht, VeniVidiVici, sibirisches Birnchen, Guernsey Island, Beste von Allen, Indigo Cherry Drops, St. Pierre, Zahnrad, Barbanjaca, Indigo Rose, Moskwitch, Tarasenko, Tastery, marokkanische Flasche, Nadja, Dattelwein.

So. Damit sind dieses Jahr mal alle Sorten aufgelistet.

Dwarf Shadow (Bild) ist schon bisschen geerntet, Carrotlike, Oaxacan Jewel und Nadja auch. Ah, und bald wieder alles auf einmal…

Erdginseng und Agastache

Der apfelgrüne Erdginseng oder Surinamspinat (Portulakgewächs mit leicht sukkulenten Blättern) entwickelt sich prächtig und schiebt schon Seitentriebe. Ich lerne: die Blätter kann man für Salat nehmen und auch als Wundauflage zur Beschleunigung der Heilung, die Wurzel wirkt allgemein stärkend. Hübsch aussehen tut die Pflanze auch. Was man alles bei Tauschticket ertickern kann.

Auch eine Agastachenart ist dieses Jahr neu, dunkle Blätter, sehr würzig und aromatisch.

Und auf dem Weg wächst Sommerportulak, unverwüstliches Wildkraut.