Beinwellsalbe

Dunkle kalte Zeit ist Wurzelausgrabzeit. Beinwellwurzel, schwarz, lang und verschlungen. Bein von mhd. für Knochen, well von mhd. wallen = zuwachsen, heilen, sprechender Name. Allantoin heißt der heilende Wirkstoff dieser Pflanze, er beschleunigt den Zellaufbau, hilft, Wunden schneller zu verschließen. Wir wollen Heilsalbe herstellen.

Zuerst 300 g Wurzeln schälen. Nach Entfernung der schwarzen Haut fassen sie sich schleimig an. Die dunklen kleingeschnittenen Teile haben schon eine Woche in Olivenöl gelegen, das heißt, ein großer Teil der Wirkstoffe wurde vom Olivenöl bereits ausgezogen.

Weil das Olivenöl für die Menge, die wir herstellen wollen, nicht ausreicht, kommt noch selbstgemachtes Johanniskrautöl von Chr. dazu. Schöne rötliche Farbe. Ölmenge gesamt: 450 ml.

Kleingeschnittene Beinwellwurzeln rein und auf 70 Grad erwärmen, um Keime abzutöten. Nicht höher, weil das Allantoin sonst seine Kraft verlieren würde. Eine Stunde ziehen lassen. Weinchen genehmigen.

Öl abfiltern, 75 g Lanolin und 75 g Bienenwachs zugeben, unter Rühren langsam erhitzen, bis alles geschmolzen ist. Je 30 Tropfen ätherisches Lavendelöl und Wintergrünöl dazu. Dann geduldig rühren, bis die Masse auf Handwärme (37 Grad) abgekühlt ist.

In Schraubgläschen füllen, erstarren lassen, fertig.

VEB Berliner Metallhütten u. Halbzeugwerke

Das Schwerindustrieunternehmen in Schöneweide beiderseits der Spree wurde 1990 gleich nach der Wende geschlossen. So lange verrotten die Gebäude schon vor sich hin, sofern sie inzwischen nicht bereits abgerissen wurden. An diesem herbstlichen Samstag ist einiges los hier, Grüppchen von Kindern und Jugendlichen durchqueren das Gelände, spazieren auf Flachdächern herum, drei Mädchen mit Kopftuch und langen Gewändern sind ebenfalls auf Fotomotivsuche in den ruinösen Gebäuden, auf der Spree patroulliert die Wasserschutzpolizei.

Reste der Industriefabriken sind schon von ausserhalb der Mauern sichtbar. Zum Gelände gibt es verschiedene Zugangsmöglichkeiten. Schwupp, schon sind wir drin.

Weiterlesen